Ehrung von Werner Brandhöfer: Am Samstag, 30.05 war die große Delegiertenversammlung in Birkenfeld bei Pforzheim. Bei diesem Anlass erhielt Werner Brandhöfer eine der höchsten Auszeichnungen, die der Schwarzwaldverein zu vergeben hat, das Ehrenzeichen in Gold. In der Urkunde heißt es: In Anerkennung und Dankbarkeit für die langjährige Tätigkeit im Schwarzwaldverein Stockach e.V. Von 1994 bis 2020 war er Wegefachwart und seit 2020 ist er als Wegehelfer engagiert. In den Jahren von 1997 bis 2011 war er zudem im 3-erTeam als Vorsitzender im Ortsverein tätig. Besonders erwähnenswert sind sein Mitwirken bei der Entstehung eines 88km langen Wegenetzes im Umfeld der Stadt Stockach, sowie seine maßgebliche Mithilfe beim Bau und Ausbau des Vereinsheims. Gemeinsam mit seiner Frau Ottilie leitete er dieses bis 2021.
Interview mit Werner Brandhöfer
„Liebe Mitglieder, ich hatte die Ehre, mit einem Gesicht unseres Vereins zu sprechen,-unser Ehrenmitglied Werner Brandhöfer
Dein Dialekt verrät dich: Du bist nicht in Stockach aufgewachsen. Seit wann lebst du in Stockach?
Werner: Ich bin mit meiner Frau Ottilie und unseren beiden Töchter 1972 von Hessen, wegen des Berufes, nach Stockach gekommen. Wir wollten von Anfang an hier auch heimisch werden. Zunächst haben wir uns der Skizunft angeschlossen, doch waren wir auch offen für den Schwarzwaldverein. Damals betreute der Schwarzwaldverein gemeinsam mit dem Verein aus Multen am Belchen die Diesslin-Hütte. Hier konnten wir mit unserer jungen Familie günstig übernachten und schöne Wanderungen unternehmen. Das hat uns sehr gefallen.
Dein erstes Ehrenamt im Verein war der Wanderwart. Wie kam es dazu, wer hat dir geholfen?
Werner: Damals wurde man nicht gewählt, sondern es hieß: „Du könntest das doch machen“ Und so war ich dann Wanderwart. Mit meiner Frau Ottilie, sind wir dann bepackt mit Rucksack und Werkzeug die Strecken mit den FAHRRÄDERN abgefahren und haben die Wege gepflegt. Das zuständige Gebiet reichte vom Stockfelderhof bei Eigeltingen über Bodman-Bodenwald bis hoch nach Liggeringen. Es hat uns viel Freude gemacht, gemeinsam in der Natur unterwegs zu sein. Später kamen noch weitere Wegewarte hinzu, doch wenn jemand ausgefallen ist, war ich immer da. Im Jahr 2000 begann die jetzige Beschilderung. Mit Forstfachmann Karl Rudigier, Eckhart Martin, Naturschutzwart waren wir drei Jahre hierfür unterwegs.
Du warst nicht nur als Wegewart die Triebfeder, sondern du hast auch die Geschäftsstelle des Vereins geführt, und du warst langjähriger Vorsitzender. Erzähl uns davon!
Werner: Eine Mitarbeiterin vom Forstamt Stockach erledigte die administrativen Aufgaben des Vereins. Doch dann wurde das Forstamt nach Radolfzell verlegt. Meine Frau Ottilie und ich übernahmen diese Aufgaben, die sehr vielfältig waren. Da ich in dieser Zeit auch 1. Vorsitzende war, kam noch mehr Arbeit hinzu. So war die Geschäftsstelle des Vereins fortan in einem separaten Büro in unserem Haus. Telefonate, Aufstellungen, Journale, Einladungen schreiben,- schnelle E-Mails gab es noch nicht.
Den Umbau des Vereinsheimes habe ich mitbegleitet. Es war für mich selbstverständlich, dass ich nach Feierabend und an den Wochenenden auf der Baustelle war und hinlangte wo ich gebraucht wurde. Es war schön, mitzuerleben wie aus dem alten Hengststall unser schmuckes Vereinsheim entstand. Nach der Fertigstellung vermietete der Verein durchschnittlich zwei Mal pro Monat das Vereinsheim für private Feiern. Dies waren wichtige Einnahmen für den Verein, brachte uns auch neue Vereinsmitglieder, jedoch bedeutete es auch zusätzliche Arbeit für mich, da ich für die Vermietung zuständig war.
Meine Frau und ich organisieren auch gerne. Dabei denke ich an die Planung und Durchführung der Wanderwochen in die Pfalz,- meiner ursprünglichen Heimat. Auch die Organisation und die Nacharbeiten der Vereinsfeste waren Teil meiner Aufgaben. Anfangs habe ich noch den Rasen gemäht oder sauber gemacht.
War dir das nicht manchmal Zuviel?
Nein, es hat mir Freude gemacht! Klar, gibt es auch unterschiedliche Meinungen, Diskussionen. Ich bin nicht nachtragend und akzeptiere auch andere Meinungen. Somit kann ich schon sagen, dass es ein harmonisches Miteinander war. Und auf die gute Zusammenarbeit kommt es an, Früher, wie auch Heute! Und so funktioniert es dann auch!
Lieber Werner, herzlichen Dank für das Gespräch und im Namen des Schwarzwaldvereins für dein außerordentliches, jahrzehntelanges, verantwortungsvolles Engagement. Du bist ein Vorbild, an dem wir uns messen dürfen.
Ursula Maier-Lehn, Schriftführerin des Ortsvereins Stockach














